Select Page

Grundlegende Rechtsgrundlage

Die WM 2026 wirft einen regelrechten Sturm an Rechtsfragen auf – von Vergabe­verträgen bis zu Grenzüberschreitungen im Sponsoring. Hier gilt: Wer die Gesetze nicht kennt, verliert das Spielfeld, bevor das Spiel überhaupt beginnt. Die FIFA‑Statuten, das Sportstaatsvertrag‑Gesetz und das EU‑Vertragsrecht bilden das Kern‑Trio, das jede Entscheidung durchdringt.

Lizenz‑ und Veranstaltungsrecht

Jeder Spielort muss eine eigenständige Lizenz vom FIFA‑Komitee erhalten. Das bedeutet nicht nur eine formale Genehmigung, sondern auch ein dichtes Netz an Auflagen: Sicherheitskonzepte, Ticket‑Kontrollsysteme und lokale Umweltauflagen. Und das ist erst die halbe Miete – das Land NRW zum Beispiel verlangt ein ergänzendes Umwelt‑Audit, das die CO₂‑Bilanz jeder Stadionfläche prüft.

Ticketing und Verbraucherschutz

Hier geht’s um die feine Linie zwischen „exklusiv“ und „missbräuchlich“. Die EU‑Verbraucherschutzrichtlinie 2019/771 lässt keine halben Sachen zu; Rückerstattungen bei pandemiebedingten Absagen müssen innerhalb von 14 Tagen erfolgen. Und vergessen wir nicht die Transparenzpflicht: Jeder Ticketpreis muss klar nach Grundpreis, Service‑Gebühr und Mehrwertsteuer aufgeschlüsselt sein – sonst droht eine Geldbuße von bis zu 15 % des Jahresumsatzes.

Daten‑ und Datenschutz

Die Verarbeitung von Fan‑Daten wird zum Daten‑Baccarat. Die DSGVO schreibt vor, dass jede personenbezogene Information mit einer klaren Einwilligung einhergehen muss – ein Widerspruch kann nicht mehr „optional“ sein, er muss aktiv gewählt werden. Das Spielfeld der WM wird dabei zum Testfeld für neue „Privacy‑by‑Design“-Lösungen, die bereits von wmdefootball.com in Pilotprojekten erprobt wurden.

Steuerliche Aspekte

Der Mehrwertsteuersatz von 19 % wird für Eintrittskarten angewendet, doch Sponsoren‑Deals können unter bestimmten Bedingungen mit einer ermäßigten Rate von 7 % besteuert werden. Das ist ein Minenfeld, weil jede falsche Zuordnung sofortige Nachforderungen auslöst. Unternehmen, die nicht bis zum 30. April ihre Bilanz prüfen, laufen Gefahr, in den Steuer‑Bunker zu geraten.

Regionale Verträge und Infrastruktur

Städte wie München, Leipzig und Hamburg schließen separate Infrastruktur‑Verträge – Straßenbau, ÖPNV‑Anbindung, Sicherheitskräfte. Diese Verträge sind nicht nur „nice-to-have“, sie sind rechtlich bindend und können bei Verzug zu Schadenersatz in Millionenhöhe führen. Der Hase läuft also schnell, wenn die Baupläne nicht bis zum Stichtag 31. Dezember 2024 vorliegen.

Aktion jetzt

Setz dich sofort mit dem Rechts‑Team zusammen, prüfe den Lizenz‑Check‑Katalog und fixiere die DSGVO‑Einwilligungen – sonst läuft das ganze Projekt im Griffverlust ab. Schnell handeln, sonst wird das Projekt zur rechtlichen Sackgasse.